Lerntherapeutische Praxis am IigEL

Für Patienten aus Neckarsteinach und Umgebung betreiben wir in unseren Institutsräumen eine lerntherapeutische Praxis. Praxisleiterin und Therapeutin ist Vanessa Bartelt (Logopädin und Klinische Lerntherapeutin).

Informationen für Eltern und Patienten

Die Klinische Lerntherapie ist eine spezielle Methode zur Behandlung von Lernstörungen wie z.B. Lese- Rechtschreibschwäche (LRS, auch "Legasthenie" oder "Dyslexie"), Rechenstörung (Dyskakulie), sowie Konzentrations- und Auf­merksamkeitsstörung. Wenn Sie sich Sorgen machen, ob Ihr Kind an einer Lernstörung leiden könnte, wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt oder kommen Sie zu einem Beratungsgespräch in unsere Praxis. Nachfolgend beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen rund um die Klinischen Lerntherapie in unserer Praxis.

Wann ist Therapie angesagt?

Jedes Kind hat individuelle Stärken und Schwächen und nicht jede Fünf in der Schule ist gleich Ausdruck einer Lernschwäche oder Lernstörung. Auf eine Lese-Rechtschreibstörung können folgende Anzeichen hindeuten:

  • - Zusammenziehendes Lesen wird nur schwer erlernt

  • - Schwierigkeiten, Rechtschreibregeln zu erinnern und anzuwenden

  • - Lautgetreue Schreibweise wird sehr lange beibehalten

  • - Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Ausdauer sind eingeschränkt

  • - Schreibweise eines Wortes wird immer wieder neu „erfunden“

  • - Kind hat motorische, visuelle und auditive Entwicklungsauffälligkeiten

Anzeichen einer Rechenschwäche (Dyskalkulie) zeigen sich oft schon im Vorschulalter. Typische Merkmale sind:

  • - Verwechselung von links und rechts und/oder spiegelverkehrtes Schreiben

  • - Schwierigkeiten bei Fingerspielen und beim Erlernen von komplizierteren Bewegungsfolgen

  • - Zählen mit den Fingern wird dem Rechnen vorgezogen

  • - Schwierigkeiten beim Zehnerübergang

  • - Probleme bei der Einordnung von Mengen und Zahlen

  • - Kind versteht Textaufgaben nicht und tut sich schwer mit logischen Begründungen

Die Probleme können entweder nur beim Lesen und Schreiben oder nur beim Rechnen auftreten oder in beiden Bereichen. Isolierte Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörungen sind keine Anzeichen für verminderte Intelligenz! Auch viele Hochbegabte sind von diesen sogenannten Teilleistungsstörungen betroffen. Lern- und Schulprobleme können jedoch vielfältige Ursachen haben und sich in unterschiedlicher Weise äußern. Eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörung kann nur von speziell geschulten Ärzten, Psychologen oder Therapeuten festgestellt werden. Suchen Sie daher unbedingt professionelle Hilfe, wenn Sie Warnzeichen bei Ihrem Kind bemerken!

Wie werden Eltern und Lehrkräfte eingebunden?

In unserer praktischen Arbeit als Klinische Lerntherapeuten sind wir neben der Durchführung der Lerntherapie auch beratend tätig.

Für Eltern oder aber auch Lehrkräfte stehen wir zur Beantwortung immer wieder aufkommender Fragen in Bezug auf ein lernendes Kind gern zur Verfügung. Therapiebegleitend finden Gespräche/runde Tische, über die schulische und auch gesamte Entwicklung eines Kindes orientiert am Bedarf des Einzelnen statt.

Eltern bekommen Ideen, wie sie ihr Kind in der häuslichen Umgebung unterstützen können. Lehrkräfte können mit unserer Hilfe ihren schulischen Alltag den Bedürfnissen des Kindes anpassen. Über einen interdisziplinären Austausch streben wir eine enge Verzahnung aller Förderinstanzen an.

Wie läuft die Therapie ab?

Beratung/Diagnostik:

Nach einem ausführlichen Elterngespräch kommen die Kinder in die Praxis. Hier kann sich der Therapeut erste Eindrücke des Kindes verschaffen. Orientiert an diesem Ersteindruck wird ein individueller Plan erstellt, welcher angibt, welche Tests durchgeführt werden. Hierbei achten wir besonders darauf, keine unnötigen Tests durchzuführen. Möglicherweise ist das Kind bereits in einer anderen Institution auf bestimmte Symptome hin getestet worden. Eine „Übertestung“ wird nicht angestrebt. Folgende Bereiche werden von uns zwecks Therapieplanerstellung zur Testung angesetzt:

  • - Lesen, Schreiben, Rechnen, Konzentration

  • - Aufmerksamkeit, phonologische Bewusstheit

  • - Bewegungsleistungen, Reflexen

Therapie:

Nach Abschluss der Diagnostik und der Eingangsgespräche werden auf Basis der Ergebnisse und unter Berücksichtigung bereits vorliegender externer Testungen die jeweiligen Lanzg- und Kurzzeittherapieziele festgelegt. Die Therapie findet im Einzel- oder Kleingruppensetting statt. In der Regel umfasst die Therapiestunde einen Zeitrahmen von 30, 45 oder 60 Minuten. Für gewöhnlich wird eine Therapiestunde pro Woche angesetzt.

Wer zahlt die Therapie?

Die Lerntherapie ist in erster Linie eine Selbstzahlerleistung. Sie wird nicht von den Krankenkassen übernommen.

Wir sind über das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis anerkannt. Liegt Ihnen eine Bewilligung zur Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach §35 a Sozialgesetzbuch (SGB) VIII vor, so können wir gern die Therapie Ihres Kindes übernehmen. Eine Abrechnung der Förderung findet dann über das zuständige Jugendamt statt. Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine solche Förderung beantragen möchten. Wir begleiten Sie gern unterstützend im Vorgehen.

Wieviel kostet die Therapie?

  • Die Preise für die Therapieeinheiten (30, 45 oder 60 Minuten) teilen wir Ihnen gerne auf Anfrage mit.

Wie melde ich mich (bzw. mein Kind) an?

  • - Nehmen Sie unter info@iigel.de Kontakt mit uns auf.

  • - Oder rufen Sie zwecks Terminvereinbarung an unter 06229/9309066.

  • - Oder senden Sie uns ein Fax unter 06229/9309077.

Wir melden uns umgehend zurück und vereinbaren mit Ihnen einen Erstberatungstermin, in dem wir Ihr Anliegen durchsprechen und ein mögliches Herangehen mit Ihnen besprechen.