Klinische Lerntherapie - Was ist das?
Dieses, am IigEL entwickelte Konzept, das sich inzwischen in zehnjähriger Ausbildungspraxis bewährt hat, geht davon aus, dass spezielle Störungen wie Dyslexie und Dyskalkulie nur erfolgreich behandelt werden können, wenn sie aus einer ganzheitlichen, interdisziplinären Perspektive verstanden werden.  An diesem Institut werden die relevanten Forschungsergebnisse von Medizin, Psychologie und Pädagogik in die Ausbildung integriert. Insbesondere der überragenden Bedeutung der rasch voran schreitenden Gehirnforschung in der Neuropsychologie, ohne die heute die menschliche Entwicklung im Kindesalter nicht mehr verstanden werden kann, wird Rechnung getragen.
 Es ist insbesondere eine zentrale Erkenntnis der neuropsychologischen Forschung der letzten Jahre, die zur Basis der Klinischen Lerntherapie geworden ist, nämlich, dass die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten des Kindes in engstem, unmittelbarem Zusammenhang mit der Entwick- lung der sensomotorischen Fähigkeiten steht. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass letztere eine notwendige Vorbedingung für erstere ist. Für die Behandlung von Störungen wie Dyslexie und Dyskalkulie wird damit die Förderung bez. Wiederherstellung senso-motorischer Fähig- keiten bei den Kindern zu einer unerlässlichen Aufgabe der Therapie. Die neuro-psychologischen Forschungen haben gezeigt, dass Rechen- und Rechtschreib- schwächen häufig ihre Ursachen darin haben, dass die grundlegenden Basisfähigkeiten, die Kinder im vorschulischen Alter entwickeln müssen, fehlen oder nicht genügend ausgebildet sind.
 Diese Kinder sind dann in der Schule sehr schnell an ihrem Leistungslimit: Es ist ihnen nur schwer möglich, die notwendigen Konzentra- tions-, Ausdauer- und Aufmerksamkeitsleistun- gen zu erbringen, so dass die Schule für sie zu einer permanenten Stress-Erfahrung und Überforderung wird. Deshalb wird am IigEL die Therapie von Dyslexie und Dyskalkulie eingebettet in die Stärkung und Wiederbelebung dieser Basiskompetenzen.
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Die Lerninhalte:
Dabei geht es z. B. um die Förderung körperlicher Wahrnehmungs- und Stabilisierungsmechanismen, visueller und auditiver Wahrnehmungs- und Verarbeitungs- fähigkeiten, der ideatorischen und sensomoto- rischen Praxieleistungen, altersgemäßer Kompe- tenzen im Bereich der Sprachbewusstheit, der phonologischen Bewusstheit und der Sprachver- ständnisleistung, sowie die Förderung der ursprünglich in jedem Kind vorhandenen, oft aber blockierten Neugier und Lernwilligkeit, also der notwendigen Motivation zum Lernen.
 Dazu müssen die Kinder, in all den genannten Bereichen die Erfahrung machen können, dass die mit allem Lernen verbundene Anstrengung selbst Freude macht und - je nach dem - von Erfolg gekrönt ist. Diese lustvolle Erfahrung haben sie im Elternhaus oft nicht machen können weil sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht altersgemäß gefordert und stimuliert worden sind. Das muss und soll in der Klinischen Lerntherapie nachgeholt werden. Das Ausbildungskonzept von IigEL baut auf dieser Einsicht auf, dass die Störungen, die beim schulischen Lernen auftreten, auf die fehlenden oder zu schwach entwickelten sensomotorischen Basis-Kompetenzen zurückzuführen sind. Im Curriculum des IigEL sind die verschiedenen neuropsychologischen und anderen neuen Forschungsergebnisse in einem ganzheitlichen Ausbildungsansatz verknüpft, der dem heutigen Stand der Wissenschaft entspricht und in dem Raum ist für die künftigen wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Bereich. Was die Ausbildung am IigEL zur Zeit in Deutschland (noch) einzigartig macht, ist die gleichzeitige Beachtung der kognitiven und der senso- motorischen Fähigkeiten, so dass die Dyslexie- therapie nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern zugleich auch ganzheitlich eingebettet wird in benachbarte, unterstützende Therapie- felder. Neben der Vermittlung der notwendigen theoretischen Kenntnisse aus der Lern- und Entwicklungspsychologie liegt der Schwerpunkt der Ausbildung am IigEL bei der Anleitung zu einer lebendigen den Körper und Interaktion mit anderen mit einbeziehenden Praxis der Lerntherapie. Diese Praxis besteht aus einer Kombination von sensomotorischen Übungen, Interaktionslernen und Lernspielen. Diese Kombination hilft einerseits, die notwendigen sensomotorischen und neuro- logischen Grundlagen für die Entwicklung der Lernfähigkeit im kognitiven Bereich zu stärken und zu beleben und bearbeitet andererseits die spezifischen Störungen wie Lernunwilligkeit, Dyslexie und Dyskalkulie direkt.
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